14.12.2011
Weitere Windräder für Bellheim
Stellungnahme des ÖDP-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Jöckle während der Gemeinderatssitzung am 8. Dezember.
Bellheim. "Im Ratsbeschluss vom 8. September diesen Jahres heißt es: "Der maßvolle Ausbau der Windenergie ist verantwortbar, die Abkehr vom Atomstrom gibt es nicht zum Nulltarif". Man kann beim heutigen Beschluss nur hoffen, dass sich der Rat an diese Worte hält.
Dass die Firma Juwi mit dem Wunsch nach einer Flächenerweiterung auf uns zukommt, konnten wir im September nicht wissen, höchstens vermuten. Deshalb kann man in diesem Fall nicht davon sprechen, dass wir mal wieder einen gefassten Beschluss schon wieder umkippen.
Wie der Presse ständig zu entnehmen ist, bemühen sich immer mehr Kommunen, selbst in unserer Verbandsgemeinde, um die Bereitstellung von Flächen für Windenergieanlagen. Es ist daher kaum zu verstehen, dass wir eine Anlage, die bereits besteht und die alle strukturellen und technischen Voraussetzungen schon erfüllt, nicht erweitern wollen. Andernorts muss für viel Geld und mit hohem Aufwand erst die Infrastruktur geschaffen werden, die wir schon haben.
Über eine angebliche Verschandelung der Landschaft durch Windräder kann man streiten, aber nicht darüber, dass zwei weitere Anlagen das jetzige Bild entscheidend verändern. Gerade die Parteien, denen man noch vor einem Jahr den Umbau der Energieerzeugung am wenigsten zugetraut hätte, haben die Energiewende in Berlin beschlossen. Das heißt, jede Kommune ist dazu aufgerufen, ihr Möglichstes zu tun, um das gesteckte zeitliche Ziel des endgültigen Ausstiegs zu erreichen. In Bellheim gibt es hierfür beste Voraussetzungen, einen effektiven Beitrag zu leisten. Wer Fukushima schon wieder verharmlost oder gar vergisst, wird seiner Verantwortung als gewählter Vertreter nach unserer Auffassung nicht gerecht.
Wir appellieren an alle Ratsmitglieder, bei ihrer Entscheidung auch an die nächsten Genereationen zu denken, die mit den Folgen der Kernenergie noch genug zu tun haben werden.
Eigentlich sollten wir in Bellheim Anlass zu ein bisschen Stolz haben. Kommen tatsächlich noch zwei weitere leistungsfähigere Windkraftanlagen hinzu, so können wir rein rechnerisch wahrscheinlich schon alle Haushalte der Verbandsgemeinde mit regenerativem Strom versorgen. Wir wären auf dem richtigen Weg! Vielen Dank"

