07.01.2012

Nahwärmeversorgung Bellheim geht in Betrieb

ÖDP-Idee umgesetzt

Robert Schramm

Bellheim. Nur drei Jahre nach einem entsprechenden Antrag der ÖDP-Fraktion im Verbandsgemeinderat hat Bellheim nun eine zentrale Nahwärmeversorgung für die öffentlichen Gebäude im Zentrum. Aber auch private Hausbesitzer sind bereits angeschlossen.

Die neue Anlage im Keller des Bellheimer Rathauses weist eine Heizleistung von 400kW auf und wird mit Holzhackschnitzeln befeuert. Zusätzlich stehen im Verbund die bereits vor acht Jahren gebaute Anlage der Grundschule mit 250kW Heizleistung sowie die noch in den einzelnen Gebäuden befindlichen Anlagen zur Verfügung, so dass insgesamt eine Heizleistung von 980kW erzielt werden kann. Letztere werden mit Öl und Gas betrieben und müssen – wenn überhaupt – nur an extrem kalten Tagen dazu geschaltet werden.

Im momentan laufenden Probebetrieb werden bereits die Grundschule, das Rathaus, die Dr.-Friedrich-Schneider-Halle, die Fortmühlhalle sowie fünf Einfamilienhäuser über den Nahwärmeverbund beheizt. In Kürze kommen die Realschule plus (frühere Haupt- und Realschule) die Spiegelbachhalle und der kath. Kindergarten hinzu. Für den Endausbau ist bei ausreichender wirtschaftlicher Rentabilität auch der Anschluss weiterer Privathaushalte geplant.

Der Brennstoff Holzhackschnitzel zählt zu den günstigsten Brennstoffen, die in der Region erzeugt werden können. Der große Vorteil liegt in der CO2-neutralen Verbrennung. Das bedeutet, dass bei der Verbrennung im Bellheimer Nahwärmeverbund nicht mehr CO2 entsteht, als z.B. bei der Verrottung im Wald.

Die Lagerung der Holzhackschnitzel erfolgt in einem Silo unter der Zufahrt zum Parkplatz hinter dem Rathaus. Von dort werden sie der Heizanlage automatisch und bedarfsgerecht zugeführt. Da ein Kubikmeter Holzhackschnitzel ca. 600kWh Energie enthält reicht der Inhalt des Silos auch in besonders kalten Wetterlagen bis zu drei Tage aus. Komplexe Regelungstechnik hilft dabei, in den unterschiedlichen Lastbereichen eine optimale und schadstoffarme Verbrennung zu gewährleisten. Außerdem sorgt ein nachgeschalteter Filter dafür, dass möglichst wenige Schadstoffe in die Atmosphäre gelangen. Als Restprodukt der Holzhackschnitzelverbrennung bleiben weniger als 1% Asche übrig. Diese wird automatisch in Rollcontainer hinter dem Rathaus befördert, welche lediglich alle zwei bis drei Wochen entleert werden müssen.

Ein weiteres Highlight der Anlage ist das gasbetriebene Blockheizkraftwerk, das den Strom für die Verwaltung und die Nahwärmezentrale erzeugt. Die dabei entstehende Abwärme wird ihrerseits genutzt, in dem sie in den Verbund eingespeist wird. In den wärmeren Jahreszeiten deckt das BHKW überdies den Wärmebedarf für das Brauchwasser der angeschlossenen Gebäude.

Das Projekt, das die ÖDP Bellheim im Jahr 2008 initiiert hat, erhielt durch das Kunjunkturprogramm II des Landes einen richtigen Anschub – möglicherweise wäre es ohne diese finanzielle Unterstützung gar nicht realisiert worden.

Wir freuen uns, dass dieses Projekt so schnell umgesetzt werden konnte und hoffen, dass noch weitere Projekte zum Thema regenerative Energie folgen!


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