01.01.2012

Energiewende in Bellheim: Wendewille fehlt!

Stellungnahme von Wolfgang Jöckle zum "Rheinpfalz"-Artikel vom 30. Dezember 2011.

Wolfgang Jöckle

Bellheim. „Bürgermeister Tobias Baumgärtner spricht in seiner Stellungnahme vom 30.12.2011 davon, dass die im neuen Raumordnungsplan eingetragene Vorbehalts- bzw. Vorrangfläche für Windkraftanlagen auf Bellheimer Gemarkung den Bau weiterer Windräder nicht verhindere sondern gerade ermögliche. Im Gemeinderat bestünden dagegen keinerlei Einwände. Vor allem letzterer Behauptung muss heftigst widersprochen werden, da die vorgetragenen Argumente einzelner Fraktionen  (Sitzung am 8. Dez.) eigentlich nur aus Einwänden dagegen bestanden“, so Wolfgang Jöckle, ÖDP-Fraktionssprecher im Ortsgemeinderat Bellheim.

Zu den wichtigsten Verhinderungsargumenten zählten die mögliche Beeinträchtigung der Dorfentwicklung, das Abwartenwollen der technischen Entwicklung der Speicherung von Windstrom und die Forderung, dass erst einmal andere Ortschaften was tun sollten.
Bellheims Dorfentwicklung Richtung Süden werde künftig tatsächlich beeinträchtigt und zwar massiv, so Jöckle. Aber wohl kaum durch zwei weitere Räder auf dem Gollenberg, sondern vielmehr durch die Südumgehung, die ortsnah auf mehr als zwei km Länge alles zerschneidet. Windstrom ersetze Atomstrom schon jetzt, unabhängig davon wie weit die technische Entwicklung der Speicherung vorangeschritten sei. Es gehe um die zeitliche Einhaltung des von CDU und FDP beschlossenen Atomausstiegs bis zum Jahre 2022. Langes Warten könne man sich nicht leisten! Das Argument, erstmal andere Gemeinden sollten was tun, zeige nicht mehr als Ignoranz zum Thema. Dächte man so überall, käme Deutschland energetisch nicht voran.
Im übrigen zeige sich die ÖDP von einer ganz anderen Wende überrascht. Plötzlich sollen Windräder auch in anderen Ortschaften gebaut werden. War bisher nicht immer die Rede von verspargelter Landschaft? Gut, wenn es hier ein Umdenken gibt.

Bürgermeister Tobias Baumgärtner zeichne mit seiner Stellungnahme ein  windenergiefreundliches Bild der Gemeinde und mag dahinter stehen, nicht aber der Rat, weil dem etwas fehle: Wo kein Wendewille, dort auch keine Energiewende!


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