06.06.2008
Betrifft: Datenerfassung für Nahwärmeverbund
Verbandsgemeinderat Bellheim
Die Verwaltung wird gebeten, für alle öffentlichen Gebäude im Zentrum Bellheims eine genaue Liste der Energieverbräuche zu erstellen. Diese soll alle Energieträger über die letzten fünf Jahre erfassen, also Strom, Gas, Öl oder sonstige Brennstoffe. Eine genaue Bezeichnung der erforderlichen Daten befindet sich im Anhang! Die Datenerhebung hat den Zweck, eine Entscheidungsbasis zu schaffen, damit geprüft werden kann, ob für die öffentlichen Gebäude im Zentrum Bellheims die Einrichtung eines Nahwärmeverbundes und eines Blockheizkraftwerkes sinnvoll ist.
Das bedeutet: Eine zentrale Heizungsanlage mit Holzhackschnitzelfeuerung soll die Wärme erzeugen, die mit einem dazugehörigem Leitungsnetz zu den betreffenden Gebäuden transportiert wird. Ein kleines BHKW erzeugt den Strom für den Eigenverbrauch der Gebäude.
Es ist zu prüfen, ob eine solche Lösung nicht auch ökonomisch erhebliche Vorteile bietet – ökologisch tut sie das ohnehin.
Wenn die Daten vorliegen, kann die Amortisationsdauer berechnet werden. Dazu sollten auch technische Verantwortliche von Kommunen, die solche Anlagen bereits betreiben, gehört werden.
Begründung:
Das Bellheimer Zentrum bietet sich mit seinen Schulgebäuden, Hallen, Verwaltungsgebäuden und dem Kindergarten geradezu für einen Nahwärmeverbund an, weil hier auf engstem Raum sehr viele Wärmenutzer zusammen liegen.
Aus ökonomischer Sicht ist die Unabhängigkeit von Öl- oder Gasimporten anzustreben. Aus ökologischer Sicht ist die Nutzung regenerativer Energie in Form von Holzhackschnitzeln wegen Ressourcenschonung und Verminderung des CO2- Ausstoßes geradezu geboten. Aus der Presse kann entnommen werden, dass sich in den letzten vier Jahren der Preis für Rohöl um Faktor vier erhöht hat, von ca. 0,2 US$ auf 0,8US$ je Liter! Bekanntlich werden nach allgemeinem Konsens die Preise für konventionelle Energien stetig steigen.
Also ist die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass sich die Investitionen für eine Holzhackschnitzelfeuerung und den Nahwärmeverbund sehr schnell amortisieren.
Es ist weiterhin bekannt, dass in verschiedenen unserer kommunalen Gebäuden Sanierungen anstehen bzw. Feuerungen erneuert werden müssen, so dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, ein neues Feuerungssystem zu konzeptionieren.
Uns ist klar, dass durch die Schulgesetznovellierung sehr bald schon der Kreis auch Träger der Bellheimer Hauptschule / geplante IGS sein wird, doch auch der Kreis wird an der günstigsten Variante Interesse haben. Hinzu kommt, dass er möglicherweise den „Brennstoff“ im Kompostwerk Westheim selbst herstellen kann.
Wir würden es begrüßen, wenn aus allen Fraktionen interessierte und fachkundige Mitarbeiter gemeinsam Vorplanungen und Entscheidungshilfen erarbeiten würden!
Für die ödp-Fraktion
Robert Schramm
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